EN 619 Normenentwurf veröffentlicht

Der Entwurf von Norm EN 619 „Stetigförderer und Systeme – Sicherheits- und EMV-Anforderungen an mechanische Fördereinrichtungen für Stückgut“ befindet sich aktuell in der Ausarbeitung.

Vergleicht man diese mit der noch gültigen Version, so wird schnell ersichtlich, dass einige Punkte die nicht klar in der „alten“ Normenausgabe geklärt waren, nun definiert worden sind.

Wie zum Beispiel die maximal zulässige Geschwindigkeit in den verschiedenen Bereichen für Stückgut innerhalb der Breite des Stetigförderers. Auch für Stückgüter, welche die Breite des Stetigförderers um max. 100mm überschreiten (etwas reduziertere Geschwindigkeiten).

Definiert wurde auch das Scheren/Quetschen zwischen der Last und einem festen Teil der Umgebung, wie zum Bespiel Schutzzaun oder Lichtgitter bei Ein- und Ausschleusestellen.

Gefährdungen durch Scheren und Quetschen dürfen als vermieden angesehen werden, wenn die statische Kraft für das Anhalten der Last weniger als 150 N beträgt.

Für Abstände von 120 mm bis kleiner 500 mm zwischen bewegtem Stückgut und festen Teilen der Umgebung oder trennenden Schutzeinrichtungen, werden Quetsch- und Scherstellen als vermieden angesehen, wenn die trennenden Schutzeinrichtungen eine maximale Neigung von 45° zur Horizontalen aufweisen (siehe Abbildung).

Alternativ können die Gefahrenstellen mit schrägen Platten oder Schaumstoffblöcken abgesichert werden.

Der Mindestabstand zwischen dem Anfangspunkt der verhindernden Vorrichtung und der Last muss an der ungünstigsten Stelle mindestens 500 mm betragen.

Gefährdungen durch Quetschen und Scheren zwischen den Säulen der BWS (Lichtgitter) und dem Fördergut dürfen als vermieden angesehen werden, wenn:

  • der Abstand zwischen den Säulen und der Last mindestens 120 mm beträgt und
  • eine Kraft von max. 500 N, die in einer Höhe von 1,0 m über dem Referenzboden in Förderrichtung auf die Säule aufgebracht wird, zum Auslösen der BWS führt, welche den Stetigförderer stoppt

In Wartungsbereich wird ein Scheren/Quetschen zwischen der Last und einzelnen festen Teilen der Umgebung mit einer maximalen Größe von 1,2 m in Förderrichtung bei einem Mindestabstand von 300 mm zwischen den festen Teilen und der Last als vermieden angesehen.

Gerade im Feld der Stetigfördersysteme gibt es eine Vielzahl von mechanischen Gefährdungen / Risiken, welche oftmals Fragen zur normativ korrekten Lösung aufwarfen. Die aktuelle Entwurfsversion der EN619 deckt den Großteil dieser Fragen ab und ermöglicht eine einfacher anwendbarere Lösungsfindung.

 

Autor

Ing. Stephan Weidinger, CMSE®

Senior Manager | Consulting Services